Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft

für Suchtkranke und Angehörige

Diözesanverband Freiburg e.V.

KreuzbundDiözesanverband Freiburg e.V.

EVA

Bericht: Ein Film über Kinder von suchtbelasteten Eltern 2026

Zeit19.3.
OrtKommunales Kino, Pforzheim
BerichtBettina Schüppel-Hetzel

Am Donnerstag, den 19.03.2026, besuchten wir zu fünft – Gruppen­mitglieder der Kreuz­bund­gruppe Pforzheim – das Kommunale Kino in Pforzheim. Wir schauten uns den Film „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ an. Dabei handelt es sich um einen preisgekrönten, autobiografisch geprägten Kurzfilm des Regisseurs und Drehbuchautors Lars Smekal aus dem Jahr 2022.

Der Regisseur widmet sein Werk den sogenannten „vergessenen Kindern“. Damit sind jene Kinder gemeint, die in Haushalten mit sucht­erkrankten Eltern aufwachsen. Oft fallen sie durch das Raster:

Sie erhalten weder von ihren Eltern noch im Schulalltag die nötige Aufmerksamkeit. Stattdessen ziehen sie sich still und heimlich zurück, sodass ihre Notlage von ihrem Umfeld kaum wahrgenommen wird.

Der Film wurde unter anderem beim San Diego International Kids' Film Festival als „Best Drama Short Film“ ausgezeichnet.

Hier sind einige Details zu dem Projekt:

Inhalt:

Der Film beleuchtet das Aufwachsen in einer sucht­belasteten Familie aus der Perspektive eines Kindes. Im Mittelpunkt steht der elfjährige Niklas. Während sein Vater Rudi versucht, das Familienglück am Spielautomaten zurückzugewinnen, ist Niklas oft mit seiner alkohol­kranken Mutter Anna auf sich allein gestellt.

Thematik:

Niklas kämpft mit dem inneren Konflikt, einerseits Verantwortung übernehmen zu wollen und andererseits selbst Schutz vor der Überlastung zu suchen. Lars Smekal verarbeitet darin seine eigenen Kindheitserfahrungen. Er betonte in Interviews immer wieder, wie wichtig es ihm sei, zu zeigen, dass in solchen Familien trotz der Sucht­erkrankung auch Liebe existiert.

Präventionsarbeit:

Smekal setzt den Film gezielt als Medium für die Präventionsarbeit ein. Er reist regelmäßig durch Deutschland, besucht Schulen, zeigt den Film und tritt mit den Jugendlichen in den direkten Austausch. Zudem bietet er Fortbildungen für pädagogische und therapeutische Fachkräfte an.

Ziel ist es, Fachkräften, Lehrkräften und Ehren­amtlichen Wege aufzuzeigen, wie sie konstruktiv mit diesem sensiblen Thema umgehen können. Dabei steht die Resilienzförderung im Vordergrund – also die Stärkung der psychischen Widerstandskraft, um Krisen und Belastungen aktiv zu bewältigen. Es geht darum, innere Stärken (Ressourcen) wie Problemlösefähigkeit und Optimismus zu aktivieren, um die Lebensqualität zu steigern und die physische sowie psychische Gesundheit langfristig zu erhalten.

Studien zeigen, dass in Deutschland über drei Millionen Kinder und Jugendliche – vermutlich sogar deutlich mehr – mindestens einen sucht­kranken Elternteil haben. Der Film kann über die offizielle Website des Regisseurs gestreamt werden.

Lars Smekal hofft, dass er dort ankommt, wo er am dringendsten gebraucht wird: bei den Betroffenen selbst sowie in der Gesell­schaft, die das Thema Sucht oft noch immer tabuisiert. Nach dem Film fand noch eine angeregte Podiumsdiskussion zu dem Thema „Kinder in Suchtfamilien“ statt. Diese Diskussion hat sehr zum nachdenken angeregt.

Den Film kann man streamen unter:

https://vergessene-kindheit-beruf-ehrenamt.vhx.tv/