Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft

für Suchtkranke und Angehörige

Diözesanverband Freiburg e.V.

KreuzbundDiözesanverband Freiburg e.V.

EVA

Bericht: Such Hilfe 2023

Zeit15.6.2023
OrtZentrum für Psychiatrie Emmendingen
BerichtFriedrich Mey, Löffingen
BilderGerhard Thomann

In Kooperation zwischen dem Blauen Kreuz, Ortsverein Freiburg, dem Freundeskreis alkohol­kranker Menschen und der Kreuz­bund­gruppe Titisee-Neustadt fand am 15.6.2023 eine Veran­staltung in der denkmalgeschützten Festhalle des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Emmendingen statt.

Das war eine weitere Veran­staltung der zurückliegenden Jahre, die das Kernthema Sucht einer vertiefenden Betrachtung unterzogen haben.

In seinem Grußwort hat Dr. med. Friedemann Hagenbuch, Chefarzt der Suchtklinik (ZfP EM) seine Freude über die Veran­staltung zum Ausdruck gebracht, die von Sucht­selbst­hilfegruppen organisiert und zum ersten Mal in der Veran­staltungshalle des ZfP durchgeführt wurde.

Von Dr. med. Bernhard Röhr, Oberarzt der Suchtklinik, wurden in seinem Vortrag die suchtmedizinischen Hilfsangebote dieser Klinik vorgestellt. Sie hat sich auf die Behandlung von Menschen mit Suchtproblemen spezialisiert und besteht aus zwei Fachbereichen mit insgesamt 3 Stationen, ca. 70 Betten und 100 Mitarbeitenden. Ihr Einzugsgebiet für Alkohol- und Medika­mentenabhängige Patienten ist die Region zwischen Ortenau, Hochrhein und dem angrenzenden Schwarzwald mit ca. 1 Mill. Einwohnern. Das Behandlungsangebot gilt auch für Einwohner des Landkreises Rastatt und der Stadt Baden-Baden zum Drogenentzug.

Im Februar 2013 wurde die suchtmedizinische Tagesklinik – Fachklinik für Suchttherapie – Kartäuserstraße 39 in Freiburg mit 18 Plätzen und ca. 10 Mitarbeitenden eröffnet. Die Konzeption wurde von Dr. med. Viola Wegerer, Leiterin der Tagesklinik erläutert.

Das Behandlungsangebot umfasst u. a. fachärztliche Diagnostik und Therapie, Einzel- und Gruppen-psychotherapie. Nach Einweisung durch den Hausarzt, Facharzt oder Klinikarzt erfolgt ein Vorgespräch, in dem geklärt wird, ob eine Behandlung möglich ist. Die Therapiedauer beträgt durchschnittlich sechs Wochen. Der Frauenanteil bei den Patienten beträgt 39 %. Darüber hinaus haben 99 % der Patienten weitere psychische Erkrankungen.

Die Repräsentanten der Sucht­selbst­hilfegruppen, die für die Organisation und Ausrichtung verantwortlich zeichneten, waren im Rahmen eines Interviews gehalten Fragen zu beantworten. Hierbei sollten Aussagen darüber gemacht werden, wie es zur Kontakt­aufnahme mit der Selbsthilfegruppe kam, was hierbei besonders hilfreich war und wie sich das indi­viduelle Leben hierdurch verändert hat.

Das vom Verein Wilde Bühne e.V. (Soziokulturelles Forum für ehemalige Drogen­abhängige) aus Stuttgart entwickelte Improvisationstheater bildete den Kernpunkt der Veran­staltung. Dieses kulturelle Angebot ist vom Geheimtipp der Kleinkunstszene längst zum Kulturereignis avanciert. Ungeprobt, unvorhersehbar ­ jede Szene ist eine Premiere, bei der die Zuschauer Regie führen, indem sie per Zuruf Vorgaben wie Ort, Titel etc. bestimmen. So entstehen einzigartige Geschichten. Jede davon eine Uraufführung: ergreifende Tragödien, komische Opern, Wahnwitz, verbale Kopfstände und Momente voller Poesie. Das Ensemble besteht aus 20 bis ­25 ehemals abhängige Menschen, welche in einem cleanen Rahmen Theaterstücke und­ -projekte entwickeln und spielen.

Die Künstlergruppe bestand aus einer Frau, drei Männern und einem Musiker (Keyboard). Gabriele Ruck (Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung aus Freiburg) moderierte die Veran­staltung, für die musikalische Begleitung war Frauke Horn mit den leicht beschwinglichen, harmonischen und melodischen Tönen einer Harfe verantwortlich.

Das Auditorium war gefordert, Vorschläge, Schlagworte und Ideen für auszuführende Spielsequenzen zu formulieren.

Die Umsetzung erfolgte dann durch drei männlichen Darsteller. Der Ausstieg aus einer vollbesetzten Tram und ein Geständnis bildeten den Hintergrund. Im Übrigen wurden Gesangswerke zu dem Schlagwort Kartoffelsalat in Form von unter­schied­lichen Musikausrichtungen vorgetragen.

An Ständen in der Festhalle wurde von den unter­schied­lichsten Institutionen über die Suchthilfe informiert. Hier bestand die Gelegenheit, mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen und mehr über die Angebote der Beratungsstellen für Suchtkranke zu erfahren.

Der erfolgreichen Veran­staltung ist eine längere Planungsphase voran­gegangen. An dieser Stelle gilt allen Akteuren und Mitwirkenden der Dank, die ihre Unter­stützung eingebracht und somit zum Gelingen beigetragen haben.