Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft

für Suchtkranke und Angehörige

Diözesanverband Freiburg e.V.

KreuzbundDiözesanverband Freiburg e.V.

Bericht: Rehaklinik Lindenhof 2022

Zeit17.10.
OrtRehaklinik Lindenhof
ThemaInfor­mations­veran­staltung für Frauen
BerichtSusanne Bunsch
BilderSusanne Bunsch

Am 17. Oktober 2022, einem herrlich sonnigem Herbsttag, trafen wir uns um 10:30 Uhr am Lindenhof. Ich war überrascht, wie idyllisch dieser ehemalige Gutshof liegt. Ganz viel grün, ganz viel Weite und dazu die wundervollen Herbstfarben. Ein Ort zum Wohlfühlen.

Der Lindenhof, ein ehemaliger Gutshof, ist eine Einrichtung ausschließlich für suchtkranke Frauen. Er bietet die Möglichkeit, Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren mit in die Therapieeinrichtung zu nehmen. Selbst­verständ­lich finden auch schwangere Frauen einen Platz.

Zunächst begrüßte uns Frau Koop sehr herzlich und führte uns zum Corona Selbsttest. Zum Glück waren alle Tests negativ und wir konnten mit der Führung durch das Haus beginnen.

Im Musikzimmer begrüßte uns die leitende Ärztin, Frau Dr. A. Schwind, mindestens ebenso herzlich wie Frau Koop. Sie erzählte uns von den unter­schied­lichen Therapiemöglichkeiten, z.B. Ergo-, Sport-, Arbeits- und Kunsttherapie. Es gibt natürlich Therapiegruppen für Doppeldiagnosen, z.B. für Traumapatientinnen, Depressionen und Borderline. Das besondere am Lindenhof ist, dass alle Therapeutinnen weiblich sind.

Wir konnten uns die einzelnen Gebäude und Wohneinrichtungen genau ansehen. Die Patientinnen wohnen in Einzelzimmern in kleinen Wohngruppen zusammen, Frauen mit Kindern wohnen in einem separaten Bereich. Zu jeder Wohngruppe gehört ein gemütliches Wohnzimmer mit Fernsehgerät. Es gibt einen Fitnessraum, eine Sauna, diverse Gruppenräume, ein Spielzimmer für die Kinder und einen speziellen Raum für die Kleinsten. Schulpflichtige Kinder nehmen am normalen Unterricht in Schallstatt teil.

Zum Lindenhof gehört ein Haus für die Adaptionsgruppe, die sich dort auf den Alltag zu Hause vorbereiten können und sich selbstständig versorgen.

Wunderschön fand ich den Innenhof, in der Mitte natürlich die Linde und wunderschöne Ecken und Winkel als Rückzugsorte.

Beeindruckend waren für mich die Gongs an den Raucherplätzen. Diese können betätigt werden wenn Stille erwünscht, diverse Regelverstöße begangen werden oder Kinder in der Nähe sind. Ein strenges aber sinnvolles Reglement!

Weiter hinten gab es Spiel- und Volleyballplätze. Alles gepflegt und sehr einladend.

Danach genossen wir ein schmackhaftes Mittagessen.

Um 14.00 Uhr trafen wir uns mit den Bewohnerinnen zu einem Gruppen­gespräch. Wir stellten uns vor, berichteten von unseren eigenen Erfahrungen und der Wichtigkeit der Selbst­hilfe­gruppen. Schnell fand ein sehr reger und intensiver Austausch statt. Die Zeit verging wie im Flug und die Gruppenstunde war viel zu schnell vorbei.

Nach einer kurzen Nachbesprechung mit den beiden Therapeutinnen, bei der wir uns alle sehr zufrieden geäußert haben, gab es, als Abschluss, Kaffee und Kuchen.

Es war ein richtiger Wohlfühltag bei dem alles stimmig war: Das Wetter, die Umgebung, die Menschen, die Infor­mationen und nicht zuletzt das Essen.

Ein kleiner Wermutstropfen war für mich, dass von den ursprünglich acht interessierten Frauen nur zwei gekommen sind. Schade, dass so wenig Interesse an solchen Veran­staltungen besteht, wir gewinnen doch alle von jeglichem Erfahrungs­austausch. Vor allem wäre es auch für Angehörige ein entspannter und interessanter Tag geworden und für die Patientinnen sicher eine Bereicherung, auch mal die andere Seite zu hören und umgekehrt. Sehr schade!

Es grüßt Euch herzlichst
Susanne Bunsch