Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft

für Suchtkranke und Angehörige

Diözesanverband Freiburg e.V.

KreuzbundDiözesanverband Freiburg e.V.

Hubert Grimming, Oberkirch

Bericht: Angehörigen Seminar 2022

Zeit8.–10.4.
OrtSchön­statt­zentrum Marienfried
ThemaVom Selbstzweifel zur Selbstachtung
ReferentinPetra Dummermuth-Kress, AGJ Suchberatung Ettlingen
BerichtMartina Stoll
BilderMartina Stoll und Bärbel Kempermann

Frisch gestärkt vom leckeren Abendessen traf sich gut gelaunt unsere kleine Seminargruppe. Die Seminarleiterin Bärbel gab noch ein paar Regeln und den Zeitplan bekannt – Strukturen wurden gebildet.

Mit einem lockeren Kennen­lernspiel durch die Referentin Petra begann unser Seminar. In der Vorstellungs­runde nannte man seinen Grund, warum man sich für das Seminar entschieden hatte, die Gründe waren:

  • Instrument finden für den Alltag
  • Noch mehr auf mich achten, mich schätzen
  • Mein Verhältnis zwischen Vater und mir
  • Wie kümmere ich mich um mich
  • Ich bin wichtig, ich bin wertvoll
  • Hier zu sein
  • Zurück in die Gegenwart
  • Ja und nein prüfen

Nach dem offiziellen Ende des Freitagabends haben alle noch mal auf ihrem Stuhl Platz genommen, da ein so interessanter Austausch stattfand. Entspannt und zufrieden machte der Letzte dann nach einer halben Stunde das Licht aus.

Pünktlich um 09:00 Uhr ging es am Samstag weiter mit dem Programm.

In der ersten Körperübung aktivierten wir unseren Körper. Diese Übung stammte wie einige andere aus dem Buch „Kopf Hoch“- das kleine Überlebensbuch von Dr. med. Claudia Croos-Müller.

Danach gab es eine kurze Runde mit drei Eckpunkten

  • Wie bin ich hier?
  • Was habe ich beobachtet?
  • Was möchte ich mitteilen?

Daraufhin wurde es total spannend, wir durften auf Autogramm-Jagd gehen. Genau genommen Ressourcen sammeln. Petra teilte Fragebögen aus mit verschiedenen Fragen z.B. Ich betreibe eine Sportart als Hobby, ich gehe gerne ins Kino oder ich bin gerne im Wald unterwegs. Unsere Aufgabe bestand darin einen Seminar­teil­nehmer zu finden, der diese bejahen konnte und dafür unterschreibt. Auf diese Weise konnten wir neues über die Teilnehmer erfahren. Eine weitere Körperübung brachte uns wieder zur Ruhe.

Ein paar Tipps von Petra

  • Kopf hoch – der Blick wird geweitet und gibt Sicherheit,
    „offen für die Welt“
    (Aufrecht stehen mit erhobenem Kopf, Blick nach vorne)
  • Stift quer im Mund – die Mundwinkel werden trainiert für das Lächeln
    (Mundwinkel gehen automatisch nach oben)

Ein Lächeln ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen
(Børge Rosenbaum alias Victor Borge, dänisch-amerikanischer Pianist und Komödiant[1]).

Wenn du lächelst, lächelt die Welt zurück. Ärger verfliegt im Nu.

Wir sammelten Begriffe zum Thema Selbstachtung:

  • mich selbst achten
  • auf mich achten
  • Selbstmitgefühl für mich
  • aufmerksam für mich sein
  • mir selbst Beachtung schenken
  • mich wichtig nehmen

Dann gingen wir in die Einzelarbeit. Jeder setzte sich mit seiner eigenen Lebenslinie und Kraft­quellen auseinander.

Welche sind mir im Laufe meines Lebens begegnet? Welche sind mir wichtig? Auch besonders unter dem Aspekt der Selbstachtung.

Es forderte schon einiges an Über­windung und Mut sich damit auseinander zu setzen.

Danach gingen wir in Zweierarbeit. Wir tauschten uns über unsere Kraft­quellen aus und suchten nach Ähnlichkeiten.

Nach der Mittagspause stand die nächste Körperübung mit Armen schlendern an.

Als nächstes fassten wir die Kraft­quellen zusammen. Petra sammelte die gefundenen Kraft­quellen, jede Erkenntnis bekam ein eigenes Blatt mit positiven Impulsen. Wahre Schätze an Ressourcen kamen hierbei zusammen. Petra nannte z.B. ein Leibgedächtnis: bei Ihrer Oma gab es früher immer ein bestimmtes Essen und wenn Sie dies heute wieder riecht, hat sie positive Erinnerungen und kann daraus Kraft schöpfen.

Eine kleine Auswahl der gefundenen Ressourcen:

  • Musik, Tanzen, Gelassenheit
  • Liebe, Familie, Feunde
  • Wissensdurst, Authentizität
  • Durchhaltevermögen, Sport, Abenteuerlust
  • Verantwortung, Glaube
  • Loslassen, Nein sagen

Und schon stand die Kaffeepause an.

Danach kehrten wir wieder zum Seminar zurück. Haben wir Antworten gefunden zu unseren Fragen und Gründen, weshalb wir dieses Seminar besuchten? Ja, jede/r hatte Impulse erhalten, mit denen sie/er weiter voran gehen kann. Manchmal bedeutet es auch viel Übung und auch nicht zu streng zu sich selbst zu sein.

Wir sollten uns dann ca. 20 Min. im Freien bewegen und sehr achtsam die Umgebung wahrnehmen:

  • Welche Bäume blühen schon?
  • Welche Geräusche höre ich?
  • Wie fühlt sich der Untergrund an über den ich laufe?
  • Wie riecht es?

Ein Briefchen von Petra, das jeder beim Loslaufen bekam, forderte uns auf: Gehe zurück in halbem Tempo. Dadurch wurde die Wahrnehmung bei allen wachsamer und es war eine echt sehr interessante Erfahrung!

Der Abend wurde dann mit einer kurzen Feedbackrunde im Seminarraum beendet.

Nach dem Abendessen fuhr ein Teil der Gruppe zur Schauenburg in Oberkirch. Einige Teilnehmer versuchten sich am Spiel Tabu. Es brachte uns zum Lachen und machte enormen Spaß.

Der Sonntag startete für uns mit einer Befindlich­keits­runde in Form eines Wetterberichts und einer weiteren Körperübung. Daraufhin sollte jeder in Einzelarbeit ausarbeiten:

  • Welche sind meine drei Schätze?
    (aus den ausgearbeiteten Ressourcen am Samstag)
  • Wie kann ich sie pflegen, beachten, wertschätzen?

Nachdem jeder fertig war, tauschten wir uns begeistert darüber aus. Wir sammelten Möglichkeiten, wie wir zur Entspannung kommen können. Ein Tipp waren Hörbücher von Louisa Hay [2,3]

Zum Abschluss des Seminars machte Petra uns noch das Angebot auf Einzelsituationen einzugehen.

Einer Teilnehmerin wurde Ihre persönliche Situation grafisch dargestellt. Dadurch bekam sie einen besseren Überblick und zusätzlich Handlungsempfehlungen, wie sie die Situation angehen kann.

Abschließend ist zu sagen, dass der wertschätzende, respektvolle und einfühlsame Umgang in der Gruppe das Seminar zu einer wertvollen Schatztruhe gemacht hat. Einen großen Dank nochmals an Petra, die uns unvoreingenommen da abholte, wo wir stehen, und uns mit viel neuer Kraft und Weitblick nach Hause ziehen lässt.

Weblinks

[1] Wikipedia: Victor Borge

[2] Luise L Hay; Ernährung für Lörper und Seele – Das Meditationsprogramm
Youtube Hörprobe

[3] Luise L Hay; Verzeihen ist Leben — Affirmationen der Liebe zu anderen und zu sich selbst
Youtube Hörprobe