Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft

für Suchtkranke und Angehörige

Diözesanverband Freiburg e.V.

KreuzbundDiözesanverband Freiburg e.V.

Bericht: Gruppenleiter Arbeitstagung II 2014

Zeit14.–16.11.2014
OrtSchönstattzentrum Marienfried
ThemaSoziale Kompetenz
ReferentKlaus Harter, PSB Sigmaringen
BerichtBarbara Glaser und Irene Schmidt
BilderRedaktion

An diesem schönen Spätherbstwochenende trafen wir, das sind alle Gruppen­leiter und Stellvertreter vom gesamten Kreuzbund der Erzdiözese Freiburg, an diesem schönen Ort ein. Nach Bezug der Zimmer trafen wir uns im Foyer beim Kaffee und es gab ein herzliches Hallo bei allen, denn viele kennen sich schon lange und es ist eine Freude sie wieder zu sehen. Auch für mich, seit meiner ersten Kanu-Freizeit. Nach dem leckeren Abendessen trafen wir uns im großen Arbeitsraum.

Unser Vorsitzender Helmut Wienecke eröffnete und begrüßte die Anwesenden und konnte wie in den vergangenen Jahren wieder neue Mitglieder begrüßen.

Anschließend führte uns Pater Albert Maria, der geistliche Beirat, bezugnehmend zum Tagesthema ein. Aus dem Büchlein von Prof. ThomislavIvancic las er aus dem Buch der Sprichwörter wenige Zeilen vor und ergänzte diese mit seinen eigenen theologischen Denkweisen

Der Vorstand begann mit seinem Bericht über die Tätigkeiten und was ganz vielen am Herzen lag, über die Nachfolgekandidaten für die wegfallenden Vorstandsmitglieder und über die Neuwahl im März. Leider gab es noch nicht genügend Personen, die sich für die Ämter bewarben, aber der Vorstand teilte nochmals mit, für jeden Interessierten ein offenes Ohr zu haben und ihm jedes Amt zu erläutern.

Nach diesem Einstand, wo es auch sehr emotional zuging, saßen wir noch in kleinen Grüppchen zusammen und ließen den Abend ausklingen.

Am Samstagmorgen dann mit frischem Elan, den allein schon Herr Harter mitbrachte, zu unserem Thema soziale Kompetenz.

Wir mussten Prominente nennen, die viel oder wenig soziale Kompetenz hatten und es erläutern. Dann stellten wir eine große Liste zusammen was alles soziale Kompetenz bedeutet. Dann kam die Frage: Was muss eine Selbsthilfegruppe an sozialer Kompetenz mitbringen und welche? Wir bildeten fünf Gruppen und erarbeiteten das Thema.

  1. Die Gruppe ist nur so stark, wie sein schwächstes Glied.
    Dieses Mitglied auch am Gruppenleben teilhabenlassen, teilen können, Solidarität, einer für alle - alle für einen.
  2. Empathie.
    Wie ausstrahlen, wenn neue kommen. Den Neuen offen lassen, ob sie etwas sagen wollen, ihnen die Angst nehmen, sich für ihre Belange interessieren, sich selber zurücknehmen, Ehrlichkeit.
  3. Offenheit in der Gruppe.
    Wie bringt man Gruppen­mitglieder dazu, sich zu öffnen oder aber sie zu bremsen, wenn es für die anderen zu anstrengend wird und schadet.
  4. Hilfestellung für den Betroffenen / Pflichtbewusstsein fürs Amt.
    Jemand trinkt wieder in der Gruppe. Selbstvertrauen es auszusprechen, Mut und Verantwortung für den Rest der Gruppe, Empathie, wenn etwas schiefläuft und die Gruppe ausgenutzt wird, Gruppe schützen.
  5. Integration.
    Von neuen Mitgliedern mit anderer sozialen Hintergründen, sozial anders und regional anders, Toleranz. Dazu gab es dann ein interessantes Rollenspiel.

15 Freiwillige spielen die Gruppe und Frieda kommt herein. Einmal als 60 jährige Frauenärztin, arbeitslos, tabletten-alkoholanhängig, schämt sich, Reha fertig, Kinder aus dem Haus – und einmal als Frieda, arm aus dem Obdachlosenheim. Eine Gruppendynamik bildet sich bei beiden Beispielen. Am Ende: Beide Friedas müssen die Verantwortung ihrer Abstinenz selbst übernehmen, jeder muss diese Entscheidung selbst treffen und nicht abschieben auf andere.

Soziale Kompetenz ist: Klare Regeln, ohne schlechtes Gewissen handeln, nicht herumeiern - sondern Klarheit.

Nach dem Mittagessen ging es im Gruppenraum weiter mit dem Abarbeiten der Liste über soziale Kompetenz. Wieder bildeten wir vier Gruppen und wir hatten das Thema Authentizität:

  • Wir sind bei uns; Wir sagen, was wir denken; wir schweigen, wenn wir wollen; Wir sind direkt - verstellen uns nicht
  • Wir machen aus unserem Herzen keine Mördergrube; Wir stellen unangenehme Fragen; Wir lügen nicht

Als Fazit der ganzen Gruppen­arbeit hat uns Herr Harter erklärt, dass alle ein Mischpult sind. Jeder kann seine Sender so einstellen, dass es eine Melodie ergibt. Jederzeit veränderbar und regelbar. Nur die Moral steht über allem. Aber da die Moral eine subjektive Einstellung ist (wo man herkommt und sein soziales Umfeld hat) soll die Ethik über allem stehen. Immer neben der eigenen Spur zu laufen, bedeutet den Weg in die Sucht.

Die Heraus­forderung ist es, seine Stärken zu sammeln und eine Melodie zu komponieren. Dies ist soziale Kompetenz. In jeder Situation angemessen zu reagieren und auf innere Impulse hören.

Auf meine entrüstete Frage, was sollen die aber machen, die keine soziale Kompetenz (Liebe, Toleranz, Wert­schätzung) erfahren haben jahrelang oder als Kinder nicht gesehen wurden, woher sollen sie diese Ressourcen hernehmen, wenn sie sie nicht kennen? Da hat er versöhnlich erklärt, dass seinem Weltbild nach, alle Menschen mit einem Ressourcenpaket um sich herum auf die Welt kommen, und dieses im späteren Lebenangezapft werden kann, wenn man es möchte und es versucht; man muss sich selbst lieb haben und sich und seinen Fähigkeiten vertrauen.

Am Abend gab es leckeres selbst mitgebrachtes Eis vom Vorstand, da die Eisdielen alle schon zu waren und gute Einzelgespräche zur Orientierung und Findung für die nächsten Wahlen und Verbandsaktivitäten und Freizeiten.

Am Sonntagvormittag gab es Gottesdienst, und ein abschließendes Treffen zu Belangen der Gruppen­leiter/innen, einen wunderschönen roten selbstgemachten Holzengel von Helmut und eine schwarze Schreibmappe vom Vorstand.

Die runden Mitgliederjahre der Jubilare wurden mit Blumen und Geschenken geehrt. Diese waren an diesem Wochenende:

Für 10 Jahre Mitgliedschaft

Inge Stratemeyer
Roswitha Rudolph
Anna Goral

Für 25 Jahre Mitgliedschaft

Hans Hölle – Gruppe Gammertingen 2

Verabschiedung

Josef Kromer – Gruppen­leiter Gammertingen 2

Nach 23 Jahren als Gruppen­leiter zieht sich Josef Kromer in den Ruhestand zurück.

Es war ein schönes Seminar mit guten Inhalten und Herr Harter zog mich mit seiner unglaublichen sozialen Kompetenz und Fachwissen in seinen Bann.