Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft

für Suchtkranke und Angehörige

Diözesanverband Freiburg e.V.

KreuzbundDiözesanverband Freiburg e.V.

Bericht: Gruppenleiter Arbeitstagung I 2014

Zeit11.–13.4.2014
OrtSchönstattzentrum Marienfried
ThemaSchwierige Persönlich­keits­stile
ReferentinGisela Koop, Rehaklinik Lindenhof
BerichtHelmut Schilling
BilderHelmut Schilling

An diesem Samstag wurde ein sehr großer Kreis im Raum mit den bestuhlten Teilnehmern gebildet. Jeder Teilnehmer durfte sich sogleich mit Schreibgerät und Notizzettel bewaffnen. Die Erste Aufgabe von Frau Kopp wurde auch gleich an uns gerichtet: Was läuft gerade gut in meiner Gruppe.

Einige Antworten die zusammengetragen wurden:

  • Harmonie
  • Pünktlichkeit
  • Akzeptanz
  • was hat mir geholfen
  • Umgang miteinander
  • Erfahrungs­austausch
  • rege Beteiligung

und viele positive Antworten wurden niedergeschrieben und an das Flipchart geheftet. Nach einer kurzen Gesprächsrunde die gleich die Zweite Aufgabe. Fragen und offene Themen. Nach Anzahl der Notizzettel zu Urteilen wohl eines der wichtigeren Themen.

Z.B. einige offene Fragen:

  • Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten
  • Umgang miteinander
  • Kommuni­kation in der Gruppe
  • Neue Mitglieder in der Gruppe, Aufnahme
  • Pünktlichkeit, Redefluss
  • Problematische Situationen ansprechen
  • Zusammen­gehörig­keits­gefühl
  • Motivation für introvertierte (ruhige) Teilnehmer
  • Wie gehe ich mit impulsiven Schreihälsen um

Viele offene Fragen aller Teilnehmer kamen an diesem Tag zusammen.

Weiter ging es im Programm mit „Schwierige Persönlich­keits­stile und Suchtabhängigkeit“. Es gibt vier Kommuni­kationstypen nach Virginia Satir. Dabei geht es um „Menschen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie ihr Grundpotenzial nutzen können, um Wachstum und Frieden in der Gruppe zu fördern“.

Persönlich­keits­störungen sind schwere Störungen der Persönlichkeit und des Verhaltens, bei denen bestimmte Merkmale der Persönlich­keits­struktur in besonderer Weise ausgeprägt, unflexibel oder wenig angepasst sind. Sie bezeichnen Erlebens- und Verhaltensmuster aufgrund von Entwicklungsbedingungen in der Kindheit und späteren Lebens­abschnitten, genetischen Faktoren und/oder erworbenen Hirnschäden. Diese Verhaltensmuster weichen von einem flexiblen, situationsangemessenen Erleben und Verhalten in charakteristischer Weise ab. Die persönliche und soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit ist meistens beeinträchtigt.Persönlich­keits­störungen werden nach charakteristischen Merkmalen unterteilt.

Die vier Typen sind:

  • Rationalisierender Kommuni­kationstyp
  • Beschwichtigender Kommuni­kationstyp
  • Anklagender Kommuni­kationstyp
  • Ablenkender Kommuni­kationstyp

In Gruppen­arbeiten zu je vier Teilnehmer wurden die einzelnen Typen erarbeitet und jeder musste in einer Pantomime die einzelnen Typen nachspielen. Die gemachten Erfahrungen wurden am Schluss in gemeinsamer Runde zusammengetragen.

Das Problem „Sucht“ war bereits im Elften Jahrhundert bekannt wie dieser Text zeigt.

Gefunden und Mitgebracht von unserer Referentin Frau Koop:

Wenn ein Mensch zu viel und ohne Maß Wein trinkt oder sonst ein Getränk, durch das er betrunken werden kann, so wird sein ganzes Blut verflüssigt und fließt in seinen Adern ohne Ordnung hierhin und dahin, so daß auch der gesamte Sinn und Verstand eines solchen Menschen in Unordnung gebracht werden, wie Flüsse in Folge übermäßiger Regengüsse austreten und jählings Überschwemmung anrichten.
hl. Hildegard von Bingen, Äbtissin und Kirchenlehrerin, 1163 [1]

Literatur

[1] Hildegard von Bingen: Ursachen und Behandlung von Krankheiten, Edition Lempertz (2013), ISBN 978-3-939-28476-5