Klinikseminar 27./28.02.2015

Hallo liebe Weggefährtinnen und Weggefährten,

ich möchte euch etwas über das Klinikseminar erzählen. Ich dazu sagen, es war mein erstes Seminar. Die ersten Seminarteilnehmer lernt man schon im Rauchereck kennen. Und es ergibt sich schnell ein Gespräch. Nach einem einfachen, aber leckeren Abendessen trafen wir uns im Seminarraum.
Seminarreferentin war Frau Ahmann und an ihrer Seite Weggefährte Klaus Querbach.

Und wenn in der Kennenlernrunde schon gelacht wird, dann kann es doch nur gut werden. Wir schrieben unsere Namen und eine Frage, jeweils auf ein Kärtchen. Die Frage sollte sich weder auf Sucht, Kreuzbund und Suchthilfe beziehen. Dann durch das Zufallsprinzip gezogen, wusste man nicht was einen erwartet. Auch wenn man nur nach der Schuhgröße gefragt wurde.
Als jeder für sich vorgegebene fünf Sätze vervollständigt hatte und diese der passenden Rubrik:

  • Ich bin hier weil .......................
  • Ich möchte vor allem wissen .......................
  • Ich hoffe dass .......................
  • Ich brauche zum Wohlfühlen .......................

zugeordnet hatte, begann ein interessantes Gespräch. Denn jeder wollte lernen, vor allem wie ich effektiver den Kreuzbund vorstelle. Sei es zum Ersten Mal oder besser. Wie sich herausstellte waren wir Teilnehmer mit Erfahrung und ohne Erfahrung. Ich muss hier leider schon vorweg greifen, dadurch wurde das ganze Seminar sehr interessant.
Hierzu gehören natürlich auch die persönlichen Voraussetzungen, vor allem Stabilität, angemessene Kleidung und es ist immer besser vorher ein  Klinikseminar besucht zu haben, sowie muß man von der Hilfe zur Selbsthilfe überzeugt sein. Aber das allerwichtigsten ist und bleibt: Man muss authentisch bleiben.
Deshalb wollten auch viele wissen, wie ich optimal die Selbsthilfe präsentiere und vor allem überzeugend.

Auch wie ich eine  Vorstellung beginne, wird unterschiedlich gehandhabt, da manche von uns Erfahrungen in verschiedenen Kliniken machen. So gibt es Unterschiede bei den Vorstellungen zwischen Entgiftungskliniken und  Langzeitkliniken sowie Langzeiteinrichtungen.
Und wir alle hofften hier gute Tipps und Ratschläge mitnehmen zu können und vor allem zufrieden trocken zu bleiben. Um sich aber so richtig wohlzufühlen brauchte manche nur ihre Ruhe. Andere die Natur und die ruhe dort. So wie ich. Oder auch die eigene Mobilität, Ausgeglichenheit  oder einen Expresso.
Ich vermute: Einige hätten das Gespräch gerne weiter geführt, jedoch Seminarerfahrene wissen ja, dass man sich gleich in der Raucherecke trifft und dort die Gespräche weiter gehen.

Samstag:
Nach einem guten Frühstück vom Buffet startete der Tag bei Sonnenschein. Zum Einstimmen auf das Seminar sollten wir zu jedem Buchstaben unseres Vornamens ein Wort ausdenken, sowie zu  den Zahlen 28, 2, 2015. Für  das darauf folgende Rollenspiel, welches in einer erfundenen Klinik spielte, wurden verschiedene Rollen durch das Los verteilt. Den Interessierten, den Skeptiker oder auch den Störer. Alles was einem passieren kann.
Die Kreuzbundfreunde Sven und Dieter stellten uns freiwillig den Kreuzbund vor. Da unsere Gruppen aus Karlsruhe und Karlsruhe-Durlach schon in mehreren Kliniken aktiv sind. Es waren spannende und interessante sechzig Minuten. In denen Beide den Kreuzbund interessant machten. In dem folgenden Gespräch zeigte sich, wie verschieden die Erfahrungen doch waren. Deshalb ist es ja auch wichtig in der Öffentlichkeitsarbeit, verschiedene Blickwinkel zu betrachten.

Die Ziele des Kreuzbundes, die Erwartungen der Klinik. Was erwartet den Patient und welche Inhalte kann ich einbinden.
Zum Abschluss durften noch vier Gruppen über die Themen:

  • Sucht
  • Sucht-Selbsthilfe
  • Den Kreuzbund

Einen Vortrag halten. Alle vier waren auf ihre Weise sehr überzeugend. Wie heißt es doch so schön: Man lernt nie aus!
Ich bin froh, dass ich an diesem Seminar teilnehmen und mir meinen Teil mitnehmen durfte. So wie alle 18 Teilnehmer.
Herzlichen Dank an Frau Ahmann und der Gruppe für das tolle Seminar. Schließen möchte ich mit den Worten des Seminarteilnehmers Christoph: „Die Gruppe ist der geschützte Hafen, in dem ich ankern darf“!

Thorsten Heinbokel, Gruppe Karlsruhe 2