Angehörigenseminar 2016

Zeit14.–16.10.2016
OrtGästehaus der Dominikanerinnen in Bühl-Neusatzeck
ThemaLoslassen oder weitermachen? Was bin ich mir wert?
ReferentinBeate Dörflinger, Caritasverband Mannheim
BerichtMartina Bleier, Bruchsal
BilderGerhard Häring, Karlsruhe

Loslassen ist eine Herausforderung und kostet Kraft.
Wer losläßt, hat 2 freie Hände.

Indem wir unseren Alltag losgelassen und uns auf den Weg zum Seminar gemacht haben, realisierten wir den ersten Schritt in diese Richtung.

Zum Thema referierte Frau Beate Dörflinger von der Suchtberatungsstelle des Caritas­verbandes Mannheim, die Leitung hatte Frau Barbara Glaser. Wir waren 14 Personen, von denen 2 um die Halbzeit abreisten.

Während der Eröffnungsrunde am Freitagabend machte Beate mit uns eine Standort­bestim­mung, zu der wir alle aufstanden. Kriterien dabei waren u.a.: wer kommt vom Norden, Süden, Osten oder Westen der Diözese. Fast alle kamen aus dem nördlichen Teil, nur eine Teilnehmerin kam aus Hüfingen.

Erwähnen möchte ich das liebevolle Umsorgtwerden im Kloster mit dem i-Tüpfelchen von Beate, die uns vor jeder Einheit mit Rittersport-Minis verwöhnte.

Am Samstagmorgen erhielten wir einen Luftballon, um ihn aufzublasen. Ein großer Luftballon bedeutete ein starkes Selbstwertgefühl, je weniger Luft bei einer Person reingeblasen wurde, desto schwächer war ihr Selbstwertgefühl.

Zu Beginn der Nachmittagsrunde fragte Beate, ob es Störungen in der Runde gibt bzw. ob es Themen gibt, die den einen oder die andere intensiv beschäftigen. Es wurde darauf eingegangen.

Bei zwei Personen wurden die angesprochenen Irritationen auf der Beziehungsebene wahrgenommen, so dass sie sich zur Abreise entschieden. Diese Situation nahm Beate zum Anlass, uns am Modell einer Person mit vier Ohren aufzuzeigen, wie unterschiedlich eine gesendete Information bei einem Empfänger wahrgenommen werden kann. Da gibt es:

  • Das Ohr der Sachebene
  • Das Ohr des Appells
  • Das Ohr der Selbstoffenbarung
  • Das Ohr der Beziehungsebene. Dieses nimmt das Gehörte persönlich.

Einmal eröffneten wir mit einem Lied, das einige von uns bei einem Singseminar von Katharina Imgraben kennengelernt hatten. Der Text passte zu unserem Thema: Ich lasse los und bin, lasse los und bin, lasse los und bin bei mir selbst zu Haus.

Bei der Eröffnungsrunde am Freitagabend beschäftigten wir uns auch mit einem Steckbrief.
Als eine Überschrift war zu lesen: Was ist für mich wichtig?
Als Antwort schrieben viele die Familie.

Als ich später am Abend nicht gleich einschlafen konnte, stöberte ich in der Bibel und stieß dabei auf eine Seite mit Stichwörtern. Der Begriff Familie war auch dabei. Zu ihr fand ich im Buch der Sprichwörter folgendes:

Besser ein trockenes Stück Brot und Ruhe dabei
als ein Haus voll Braten und dabei Streit

.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern tiefen inneren Frieden, damit sie Anfechtungen von außen fallen lassen können wie ein Stück Papier in ihrer Hand.

P.S. In einer Gesprächsrunde spielte ein Ball eine Rolle. Wer mit Reden an der Reihe war, hielt den Ball in der Hand. Sobald der-, oder diejenige fertig war, warf sie den Ball der nächsten Person zu. So kamen alle zu Wort. Ich mache es mit dem Schreiben so. Ich war dieses Mal an der Reihe. Ich werfe den Ball zu der Person, die das Schreiben beim nächsten Seminar übernimmt.