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Selbsthilfetag in Achern vom 19.10.2014
mit erfolgreicher Beteiligung der Kehler Kreuzbundgruppe

Man muss hingehen, wo die Menschen sind

Achern/Kehl (enh) So lautete das übergreifende Motto von Héctor Sala am Selbsthilfetag des Ortenaukreises in Achern. Dort fand am 19.10.2014 im Mensagebäude des Gymnasiums Achern der 7. Selbsthilfetag statt. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Klaus Muttach und von Landrat Frank Scherer. Im Ortenaukreis gibt es derzeit 220 Selbsthilfegruppen. Von Alkoholsucht bis zu Schlafapnoe, vom Autismus bis zu Parkinson – die Themenbreite war enorm groß. Hinter mehr als 30 Informationsständen verbarg sich viel Leid durch Krankheit, aber auch Entschlossenheit, sich Problemen entgegenzustellen. Selbsthilfe sei eine der Säulen des Gesundheitssystems, aber viele profitieren noch nicht von den Chancen und Möglichkeiten, die sie bietet. An mehr als 30 Informationsständen war jede Art der Hilfe zu bekommen.





Dazu gab es eine Ausstellung zum Thema und -Vorträge. Sozialdezernent Georg Benz betonte, dass man mit dem Selbsthilfetag den Gruppen die Möglichkeit geben will, sich zu präsentieren und sich untereinander auszutauschen. Beim Rundgang habe er mehrere Male die Rückmeldung bekommen, dass es für die Selbsthilfegruppen eine Anerkennung sei, dass die Schirmherrschaft vom Landrat und vom Oberbürgermeister übernommen wurde. Hier könne man sich als Betroffener kundig machen und neue Perspektiven gewinnen, sagte Oberbürgermeister Klaus Muttach. Man könne zwar vieles alleine tun und auch alleine durchstehen, doch gemeinsam sei vieles einfacher. Das bestätigte auch Heinrich Stöhr vom Sprecherrat der Selbsthilfegruppen im Ortenaukreis. Er selbst ist von Asthma betroffen und hat die Erfahrung gemacht, dass die Ärzte oft gar nicht die Zeit hätten, einem Patienten alles umfassend zu erklären, was mit einem Krankheitsbild zusammenhänge.


Der Selbsthilfetag sorge dafür, dass Kontakt zu Selbsthilfegruppen geknüpft werden können und dass man Neues über Krankheiten lerne. Wer sich einer Gruppe anschließe, müsse sich nicht mehr alles selbst erarbeiten, sondern dürfe von der Erfahrung anderer profitieren, sagte Heinrich Stöhr und machte auch Beispiele: „Wir tauschen uns in unseren Treffen aus über Medikamente, über Ärzte und über Reha-Einrichtungen.“

Gern angenommen wurden am Sonntag die alkoholfreien Cocktails der Kreuzbundgruppe aus Kehl. Der Stand war auch ein optischer Blickpunkt in der Vielfalt der Angebote. Auch das Angebot in nüchternem Zustand einen Blick durch die „Trinkerbrille“ zu nehmen wurde gerne angenommen.

Im Rahmen der Veranstaltung waren auch Tests des Lungenvolumens, des Blutdruckes oder Zuckertests möglich. Durch Vorträge von Ärzten des Ortenau-Klinikums Achern und Vertretern von Selbsthilfegruppen wurde viel Wissen vermittelt. Sehr zufrieden mit dem Verlauf war Héctor Sala, Leiter der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Ortenaukreis. Er betonte, daß es einfach Spaß macht, die Veranstaltung zu besuchen. Für einige Gruppen war Héctor Sala Geburtshelfer, vielen hilft er über schwierige Zeiten hinweg und für alle ist er zentraler Ansprechpartner. Er freut sich, dass Menschen in Selbsthilfegruppen gemeinsam zu mehr Lebensqualität finden: „Es ist zwar kein Ersatz für Therapie, hat aber therapeutische Nebenwirkungen.“ Schon das Verstanden werden trage dazu bei, dass man in einer schwierigen Situation Erleichterung finde.





Bericht aus der Achern-Rench-Zeitung. Zusammengefaßt und ergänzt von Norbert Hurst, Kreuzbundgruppe Kehl.
Bilder von Norbert Hurst und Bernd Galowski, Gruppenleiter der Kreuzbundgruppe Kehl, Mitglied im Sprecherrat des Selbsthilfenetzwerkes Ortenau und Mitglied der Planungsgruppe Sucht.
Kehl / Willstätt, den 30.10.2014


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