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Seminar – Thema: “Aus Konflikten lernen”

30. März – 01. April 2012

Josef-Bäder-Haus, Bühl-Neusatzeck

Referent: Herr Wenz, PSB Mannheim

Seminarleiter: Helmut Wienecke

 

Zum ersten mal besuchte ich ein Kreuzbund-Seminar. Der Leiter und andere Gruppenmitglieder hatten mich animiert das mal zu machen und ich hatte mich bequatschen lassen. Jetzt saß ich im großen Stuhlkreis und war mit gar nicht mehr so sicher, ob das wirklich so eine gute Idee war. Gedämpfte Stimmung und ein bisschen Verunsicherung, was für ein Psycho-Ringelpietz einen hier erwarten würde. Knapp zwei Tage vor mir. Na, das würde ich auch irgendwie hinter mich bringen …

Mit ca. 20 Personen war das Seminar ausgebucht und hatte damit eine gute Gruppengröße. Nach Eintreffen der Teilnehmer, Beziehen der Zimmer und Abendessen folgte am Freitag Abend die Vorstellungsrunde. Der Beginn lief zögerlich, doch stellte sich bald ein relativ lockerer Umgangston ein, der den Einstieg in`s Thema erleichterte. Neben alten Kreuzbund-Hasen gab es sicher ebenso viele Seminar-Neulinge, so dass sich niemand als Außenseiter fühlen musste. Einige Teilnehmer gingen anschließend noch Eis essen. So ging der erste Abend zu Ende.

In den folgenden anderthalb Tagen wurde das Thema „Konflikte“ weitgehend nach den Vorstellungen und Interessen der Teilnehmer bearbeitet. Der Referent verstand es gut die Runde auf lockere Art aus der Reserve zu locken. Jeder konnte seine Erwartungen an das Seminar formulieren und selbst erlebte Situationen als Beispiele einbringen. Diskussionen und Gruppenarbeit knüpften direkt daran an. Konflikte in Beziehungen, im weiteren privaten Umfeld, Konflikte in beruflichen Situationen, solche von Teilnehmern geschilderten Beispiele wurden in der Gruppe diskutiert.
Interessant war dabei für mich zu sehen, wie unterschiedlich Situationen beurteilt werden können. Es wurde auch schnell klar, dass es sehr unterschiedliche Arten gibt mit Konflikten umzugehen. Vom Ausweichen oder Vermeiden von Konflikten auf der einen Seite bis zur gezielten Suche nach Konfrontation auf der anderen Seite zeigte sich das ganze Spektrum möglicher Verhaltensweisen. Klar wurde dabei auch, dass in diesem Sinne extreme Verhaltensweisen Konfliktsituationen nicht dauerhaft befriedigend lösen können.

Was der Referent gut rüber brachte war, dass hier niemand genötigt werden sollte mehr zu erzählen als ihm lieb ist. Wenn auch eine gewisse Offenheit der Teilnehmer eine Voraussetzung ist, so sollte doch immer die persönliche Entscheidung jedes Teilnehmers respektiert werden. Wenn jemand nicht mehr zu einer persönlichen Situation sagen mag, dann ist Schluss.
Neben Diskussionen in der Runde und Arbeit in Kleingruppen möchte ich noch die Rollenspiele hervor heben. Vorgegebene Szenen wurden mit „Freiwilligen“ durchgespielt. Beispiel: Vater will neues Auto kaufen und das alte in Zahlung geben. Sohn will das alte Auto geschenkt bekommen. Mutter steht zwischen beiden Positionen.
Damit kann man sich verschiedene Haltungen, verschiedene Taktiken und Strategien bewusst machen. Für mich war das einer der stärksten Eindrücke in diesem Seminar. Obwohl jedermann weiss, dass bei einem Rollenspiel alles gestellt ist, dass die eigene Rolle und sogar das Verhalten vorgegeben wird, nimmt man im Spiel diese Rolle sehr stark an. Die Identifikation mit der Rolle führt dazu, dass man deren Gefühle nachempfinden kann. Intensiver kann man sich kaum in andere Personen hinein versetzen, um diese zu verstehen und die eigene Perspektive zu erweitern.

Insgesamt war ich sehr angetan vom Ablauf und von der Atmosphäre auf diesem Seminar. Die Geselligkeit in der Ausflugsgaststätte kam ebenfalls nicht zu kurz. Ich bin froh dass ich dieses Angebot trotz anfänglicher Skepsis wahr genommen habe und bin mir sicher, dass es nicht mein letztes Seminar gewesen ist.
 

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