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Allgemeines Seminar

Thema:

Seelische Erpressung

am 15. - 17.03.2013 in Bühl/Neusatzeck

Am 15.03.2013 kamen 20 Kreuzbündler im Gästehaus der Dominikanerinnen in Neusatzeck an und schon fing der Abend mit einem guten Abendbrot an. Um 19:00 Uhr rief  Willi alle in den Gruppenraum um zunächst das organisatorische zu klären. Schon bei der Vorstellungsrunde konnte man erkennen, mit welcher Vorfreude und auch Spannung, wir dem Seminar entgegen fieberten. Die Gruppe war zur Hälfte mit Frauen besetzt, was erkennen lässt, dass auf beiden Seiten der Geschlechter kräftig erpresst wird. Wir können Opfer als auch Täter sein.

Seelische Erpressung hat viele Gesichter. Das auffälligste ist die Unterdrückung des Lebenspartners. Das bedeutet, dass nahestehenden Personen eine Strafe angedroht wird, wenn sie nicht „fügsam“ sind, das kommt im Privat- als auch im Geschäftsleben vor. Wer nicht in die Schusslinie des Erpressers geraten will, hat Angst und wehrt sich kaum. Es wird so eine Spirale von Druck und Unterdrücktsein ausgelöst, die nur mit viel Durchsetzungsvermögen durchbrochen werden kann. Die meisten Menschen schweigen deshalb auf Kosten ihrer eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Gesundheit. Seelische Erpressung schadet einer Beziehung. Nicht immer sind wir uns bewusst, dass in unseren Beziehungen eine seelische Erpressung im Spiel ist.

Am Samstagmorgen zum Frühstück kam dann auch unser Referent Thomas Wenz und pünktlich 9:00 Uhr ging es zur Sache mit dem Thema „Seelische Erpressung“. Thomas erklärte gleich zu Anfang, das wir nur Teile dieser Thematik ansprechen können.

 

 

 

Seelische Erpressung ist immer mit Gefühlen verbunden, die weit zurück liegen können und in uns schlummern.

Ich fühle: ich habe schuld – und nicht: ich bin schuld. Das Schuldgefühl ist ein Gefühl und keine reale Schuld. Wir haben es in der Hand, sich aus diesem Verhaltensmuster zu befreien. Wir müssen hierzu hellhörig werden, mit welchen Verhaltensweisen und Worten mein Gegenüber meinen Schuldgefühle-Knopf drückt und versucht, mich zu manipulieren.

 

Wir sammelten nun typische Sätze die geeignet sind zu manipulieren.

Beispiele: „Alles muss ich alleine machen“.

                 „Wenn du mir jetzt nicht helfen tust, dann …...“

                 „Ich bringe mich um, wenn …...“

                 „Um des Friedens willen“

Jeder von uns hat einige Sätze zusammengebracht und wurden vorgelesen, besprochen und dann an die Pinnwand geheftet.

        Mach ich es nicht, habe ich Schuldgefühle.
                                                                                   > beides ist nicht gut
        Mach ich es, fühle ich mich schlecht dabei.

Der eine manipuliert           >   um Schuldgefühle zu erzeugen

Der andere kapituliert         >   die Angst, Ablehnung zu erfahren

Verletzungen am Körper heilen.

Verletzungen an der Seele nie.

Es wurde ein Formular mit 22 Fragen ausgeteilt, die jeder für sich beantworten sollte. Die Überraschung war groß, konnte man so erkennen, inwieweit man doch schon in der Falle saß mit der so genannten seelischen Erpressung.

Was passiert, wenn man seelisch erpresst wird?

 einreden, es ist nicht so schlimm.
 resignieren
zurückschlagen
Augen zu und durch, Zähneknirschen
eigene Bedürfnisse zurückstellen
Kontakte abbrechen

 

Das Erkennen von Schuldgefühlen.

> körperliches Gefühl: Herzklopfen, schwitzen, rot werden, Übelkeit, Zittern, ungutes Bauchgefühl, aufgewühlt sein.

> Handlungsschema: zur Stelle sein, Ohnmacht, aggressives Auftreten, gelähmt sein, Bedürfnisse zurückstellen.

 

Hintergründe für seelische Erpressung

        Unzufriedenheit

        Neid

        Angst

        Enttäuschung

        Macht(kampf)

        Opferrolle

        Hilflosigkeit

        Gier

        Sehnsucht nach Anerkennung

        Rache, Zorn, Wut

Der Sonntagmorgen war mit Rollenspielen einhergegangen, wobei die Hälfte der Gruppe die Person beobachten sollte, die manipuliert. Die andere Hälfte der Gruppe beobachtete die manipulierte Person. Von aussen gesehen konnte nun jeder gut feststellen, wie sich sowas darstellt.

Mit den letzten 90 Minuten befassten wir uns mit Strategien gegen seelische Erpressung.

Das wären: Keine eigenen Schuldgefühle entwickeln.

                   Sich aus den alten Verhaltensmuster befreien, hellhörig werden.

                   Unterscheiden zwischen Gefühlen der anderen und
                   den eigenen Gefühlen.

                   Es genügt, wenn es mir leid tut, aber ich muß mich nicht
                  schuldig fühlen und tun, was er (sie) will.

                   Aushalten, dass es ihm (ihr) nicht gut geht.

 

> Lernen, sich liebenswert zu sehen.

> Lernen, sich der eigenen Stärken bewusst zu sein.

> Konfliktlösestrategien entwickeln.

 

Bericht und Bilder: Willi Mauz – Gruppe Durlach

 

 

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